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23. März 2004, 13:16 Uhr, rolph

durch das land

endlich sitze ich ab, lasse mich fallen. alle gedanken an arbeit verschwinden. ich lasse mich ziehen durch das land. muss nichts tun, darf einfach aus dem fenster schauen. der zug fährt, macht geräusche. das abteil riecht nach reisen, ein bisschen nach welt. hände waschen zuhause, denke ich. und dann denke ich nichts mehr. es ist da bloss noch das land, in überlichtgeschwindigkeit rauscht es vorbei. nichts berührt mich, was da draussen passiert. zuwenig fläche, zuwenig zeit um sich daran festzuklammern, um es sich einzuverleiben. ich bleibe getrennt von diesem mühsal da draussen. diese vororte, die sonntagnachmittagsbahnhöfe, die verbundsteinvorplätze, die hochhausumrahmten spielplätze. der zug zieht mich eilend weiter, ich kann wieder atmen.
in glücklichen momenten schlafe ich dann ein, wohlig warm eingeschlossen von geschwindigkeit und geräusch. aus diesen momenten strömt so viel zeit, so viel möglichkeit. endlos und nie zu ende. ein sein ohne gedanken an das dasein.

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18. März 2004, 01:54 Uhr, rolph

aton in mir

das nebeneinanderliegen ist mir ein liebstes. man liegt und ist. da ist nichts, was dazwischen passt. was dazwischen passen müsste.
das handausstrecken. sich in der anderen finden. sich in seine hand denken, der hände augen sachte schliessen und nur mehr das licht im dunkeln spüren. dieser funke der da ist, im schwärzesten dunkel. und gefunden bin ich überflutet, geissendes licht, geissende scheibe. ich mag jeweils die augen schliessen und mich licht und leicht denken. meine beiden hände öffnen und sich in den anderen finden.
ein nebeneinander. ein sein jenseits von gedanke und von tag. aber eben ebensoweit von nacht und tat. ein flimmern im äther, wenn der geist tanzt.

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04. März 2004, 15:28 Uhr, rolph

es ist nun nichts

Ich wach auf, mitten in der Nacht. über mir die Sterne. Weit, so weit ich mag es nicht glauben so weit. Ich steh auf. Ich setz mich wieder. Niemand da, mit dem ich mich unterhalten könnte. Ich steh auf. Die Sonne ist noch weit.
Ich wach auf. Ich weiss nicht, wo ich bin. Ich weiss nicht, ist es Tag oder Nacht. Ich hab geträumt, das weiss ich. Was war der Traum. Ich weiss nicht. Ich setz mich aufrecht. Halte die Zeit, die mir da vorübergeht. Dieses Jetzt will ich sein. Dieser unendliche Punkt, wachsein.
So wache ich auf. Jetzt und immer wieder. Immer wieder wach werden, obwohl hellwach.

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