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11. September 2005, 14:39 Uhr, rolph

166050126

dumpf. hämmernd. zerfliessend. zermürbend. ein weisses licht das sich an der harten kante des horizonts zerstreut. ein umriss, ein schatten nur. steht da im wind, mit verschränkten armen. die brücke taucht aus dem nebel auf, überall wasser. und noch immer erkenne ich nicht, wer es ist. wer mich heimsucht. am himmel erscheinen bilder, flüchtig und verschwinden sofort wieder. ein blitz auf dem bildschirm.
drängend, nach vorne. die nüstern gebläht, die kapuze bedeckt nicht länger das haar. tiefe harte augen, ein mund der zu müde ist um zu lächeln. nadeln in meinem herzen. tief und tiefer. immer wieder richte ich mich auf. der bauch gelähmt, nur die finger können sich bewegen und meinen gedanken freiheit verschaffen. den druck vermindern in meinem kopf aber nicht in meiner seele. wozu wenn ich nicht leben kannn, was ich will. wozu wenn ich mich vor mir fürchten muss. wenn ich alle menschen vertreibe, wenn ich die liebe verliere.
die stille kehrt nicht mehr ein. es pocht und krazt, das herz bleibt nie still, der bauch fühlt sich schlecht ist fern seit tagen. nichts bäumt sich auf, nur die angst wächst.
ich will jetzt schlafen, meine seele den engeln übergeben für ein paar stunden. der verstand soll zur ruhe kommen, die gedanken sich über nacht in ihre harmonische und richtige ordnung fügen. die nacht nimmt alles mit sich und schenkt mich frisch dem tag. frische klarheit. tonisiert und gestählt. gereinigt und stark. frei frei frei. kein gift mehr in meinem kopf. frei frei frei. und immer freier. bis ich so leicht bin dass ich schwebe. schreite durch die welt, im jetzt. hier bin ich, jetzt bin ich. jetzt. kein morgen, kein gestern. nur der wille, der unendliche wille zu sein und zu wissen.

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28. Februar 2005, 22:40 Uhr, rolph

ich jauchze aus voller brust

also, und wieder bin ich an einem punkt angelangt, wo sich alles wiederholt.

die ängste, der bauch, die unruhe. alles schon erlebt, alles schon durchlebt. und immer wieder erfahren und gespürt, wie wenig es doch nützt. wie nichts es nützt.

heute soll es aber ander sein. heute soll mich die sonne wärmen, heute will ich glauben. mit jeder zelle, jede sehne und jedem haar. mein ganzer körper soll mir gehorchen und glauben, dass es so ist wie es ist. dass es so kommt wie es kommt.

und er sah, dass es gut war.

ja ich lache schon. ich fühle wie diese unsichtbare gestalt mir die hände auf die schultern legt. und einfach nur glück und liebe. ohne bedingung, ohne angst und ohne gut und bös. schön, wie schön.

sein halt.

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13. September 2004, 20:10 Uhr, rolph

tränke

sie bleibt stehen, presst ihren kopf gegen die scheibe. öffnet und schliesst ihre augen. sie reibt ihre handfläche an der scheibe.
ihre ferse hebt sich, sie spreizt ihre zehen. hält sich an der scheibe fest und ist jetzt ein wenig grösser. die andere dusche ist leer.
sie mag sich ihre haare nicht trocknen. rennt auf die strasse, erkältet sich.

sie mag die öffentlichen duschen. sie mag sich öffentlich duschen bei geschlossenem vorhang. und reibt sich immer die haare trocken. wenn sie ihr schliessfach sucht, kann sie sich nicht an die nummer erinnern. dann rennt sie durch die gänge, verlassen und bevölkert.

heute dreht sie sich um, stoppt. sie lässt ihren gelben schlüssel fallen, ohne nummer. ihre haare sind immer noch nass. ihr ganzer körper ist nass, merkt sie. salzig da und auch nicht.

sie sieht sich das gesicht an. die strähnigen haare und die rauhen lippen. das gelbe tuch um den hals gelegt und sonst nackt. nackt und schön. sie will einen schritt vor, geht zurück. ihr rücken streift die grüne wand. sie lehnt sich an, fällt zu boden. neben ihr ein schlüssel, die 3.

sie findet das schliessfach. öffnet es und nimmt ein tuch heraus, legt es sich unter den kopf. liegt da und wartet bis das grelle licht vertraut wird. das wasser sammelt sich in ihrem bauchnabel. läuft über und lockt die tiere an.

sie mag diese frau. mag ihre sanften züge, die helle haut. weiss auf grünem grund. gelb auf weissem grund. licht auf dem wasser das sich wiegt im takt ihres herzens. kleine wellen; verebben.

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20. Juni 2004, 07:49 Uhr, rolph

a girl

walk walk walk, down the street. not turning around, just walking straight down.

faster than most of them. she's even gaining speed.

black tights, white shoes. the only thing she likes about her silly school uniform. but the men like it. they like her to be a school girl. actually, she is a schoolgirl. she just happens to forget it from time to time. its easier to go on when you imagine that this is your real life. the life you have chosen. and in her imagination, she gets paid for it. well paid. she'd walk home and take off her clothes. she'd wash herself and relax. a nice home, white furniture, white floors and black slippers.

but in fact, she's still walking down the street. still living with her parents. she's still a child. even though she knows it.

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27. April 2004, 20:52 Uhr, rolph

aufgegangen

heute abend fühle ich mich zuhause. die dicke wolke hinter dem hügel mit meinem baum. die warmen füsse. ich fühl mich gut, es riecht gut. und stehen könnte ich hier lange, ohne zu denken dass ich stehe und dass ich warme füsse habe und dass ich mich zuhause fühle.

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10. April 2004, 23:23 Uhr, rolph

sein wie egon

egon wartet. er muss auf den zug warten. sonst kommt er nicht mehr nach hause. dort wird er erwartet. die leute im haus warten auf egon.

aber egon wartet auf den zug. er sitzt da hinter den wänden aus glas. ekelt sich ob seinen mitwartern. sie trinken bier. sie reden nicht, reden in einer fremden sprache.

egon steckt sich musik ins ohr. sie fährt an ihm vorbei. wenigstens muss ich nun nicht mehr alleine warten. ich halte mich an der vorbeifahrenden musik fest. ein strom, ich rutsche ab. da, ein griff. aufgesprungen. ich fahre jetzt mit. dann muss ich mir nicht vorstellen, die zeit gehe vorbei. das geht dann von ganz allein. warten muss ich trotzdem.

egon steht vor der tür. wie er dort hingekommen ist, weiss er nicht. aber seine mutter weiss.

heim zu muttern. was geht in ihm vor. er soll mir antworten. verdammt, warum sagt er nichts. aber, aber...ich will jetzt wissen.
die mutter erträgt solche momente nur schlecht. sie kann dann nicht verstehen, dass man so sein kann, wie egon ist.
es ist da etwas zwischen ihnen beiden. gespanntes reispapier. die mutter sieht gut durch. sie glaubt, jeder sehe durch.

egon sitzt im zimmer. die lauten geräusche stören ihn. durch deren decke, seinen boden, dringen dumpfe stimmen. so dumpf, dass sie alles durchdringen. auch egons schädel. die sind drin. ich...möchte schlafen. der boden möchte vibrieren. ich zittre mit, bebe. lasst mit doch endlich schlafen.

die mutter öffnet die tür. sieht ihr fleisch da liegen, und lässt los.

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04. April 2004, 11:23 Uhr, rolph

b-movie

es gibt solche tage, die scheinen mir unertragbar. und heute ist so ein nachmittag. es gelingt nichts, es bleibt beim wollen. nein, es kommt überhaupt nicht soweit. sich öffnen ist die nahrung für die tat. und heute will ich mich nicht öffnen. heute versinke ich in dieser fixen idee, mich nicht öffnen zu können.
es wäre mir wohl lieber, würde es heute regnen. wieder so eine fixe idee. diese fixen bilder machen mich fertig. überhaupt, diese bilder machen mich fertig. sie führen mich regelmässig in die irre. sie machen mich irre. ob mir das viele licht nicht guttut? hinlegen sollte ich mich. die augen schliessen.
wieder so ein bild. für jede tätigkeit gibt es ein bild. für jedes tun und für das dazugehörige nichttun gibt es ein bild. das migräne bild: vorhänge zu, abgedunkelter raum, hände an den schläfen. dazu passend das frischluft bild: fenster auf, nüstern blähen, sonne spüren auf der haut. darf ich mich jetzt entscheiden? also ob ich in nem b-movie mitspielen würde. alles schon mal dagewesen, alles schon gespielt. allein die andeutung reicht aus, um sich die szene gelangweilt vorzustellen. das durchspielen wird überflüssig, die idee ist ausgetragen.
dieses bild mag mich fast töten. dieses krasse gegenteil von individuum, von eigenem leben. und doch manchmal ertrage ich mich. überseh locker diese parallelen, muss mich nicht einmal anstrengen, diese gedanken zu verbannen. ein anderes bild. wieder und wieder bilder. abgetragene bilder.
ist das schaffen lediglich eine geschickte anordung von schon da gewesenem, von gekanntem? bleibt mir nichts anderes übrig? ist es wie die welt, die sich immer und immer wieder aus den gleichen kleinsten teilchen immer und immer wieder neu schafft? aus alt mach neu. gut kombiniert ist so gut wie neu. Dafür lässt sich sicher einen gescheiten, wohltönenden spruch finden. Aber ich glaub, ich lass das sein.

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